












Installation view, Gänsehaut, klix, 2025
Installation view, Portrait (Leonie), klix, 2025
Niclas Riepshoff, Portrait (Leonie), 2025, Video, 1:33 min. Video Link
Installation view, Gänsehaut, klix, 2025
Installation view, Gänsehaut, klix, 2025
Niclas Riepshoff, Game of Life, 2025, egg carton, quail eggs, cellophane paper, stain, gouache
Detail, Game of Life, klix, 2025
Niclas Riepshoff, Gänsehaut, 2025, Egg carton, chicken eggs, goose eggs, percussion eggs, photo print, gouache, eyeshadow
Detail, Gänsehaut, klix, 2025
Detail, Gänsehaut, klix, 2025
Detail, Gänsehaut, klix, 2025
Detail, Gänsehaut, klix, 2025
Detail, Gänsehaut, klix, 2025
Niclas Riepshoff
Gänsehaut
14.09. – 08.11.2025
Der Probenraum ist der Raum vor der Aufführung. Er kann ein Ort zum Experimentieren sein, an dem man sich unbeobachtet fühlt, bevor es auf die Bühne geht. Ein Ort der Wiederholung, immer wieder Anlauf nehmen und üben, solange man allein ist. Er ist das Innen vor dem Außen.
Der Projektraum klix war früher ein Bandkeller. Diese Vorgeschichte ist der Ausgangspunkt für Gänsehaut von Niclas Riepshoff. Gemeinsam mit den Initiatorinnen greift er Elemente des Probenraums auf und überträgt sie in die Ausstellung. Die Beteiligten agieren wie Mitglieder einer Band; Fragen von Rollen, Organisation und Entscheidungsprozessen werden in diese Struktur übersetzt.
Ein elektronisches Drumset bildet das Zentrum der Ausstellung. Es erzeugt zwei akustische Ebenen: den dumpfen Klang der Schläge auf Gummi und eine digitale Spur, die nur über Kopfhörer hörbar ist. Auch räumlich sind diese Ebenen getrennt. Der digital erzeugte Sound verteilt sich im Hauptraum, während der Gummiklang in einer kleinen Kammer bleibt, die früher als Aufnahmeraum genutzt wurde.
Das für Proberäume typische Schalldämmmaterial aus Eierkartons wird ebenfalls aufgegriffen. In Gänsehaut erscheint es als großflächige Arbeit, die eine Wand in eine Rasterfläche verwandelt. In den Vertiefungen sind Eier platziert, teils bemalt oder mit Collagen versehen – in Anlehnung an Musikerinnen wie Freddie Mercury, SOPHIE, Klaus Nomi, Tracy Chapman oder Boy George.
Die Anordnung der Eier orientiert sich am Game of Life, das 1970 vom Mathematiker John Conway entwickelt wurde. Das Spiel basiert auf zellulären Automaten: identische Zellen in einem endlosen Raster können jeweils nur zwei Zustände einnehmen – lebendig (ausgefüllt) oder tot (leer). Die Anzahl benachbarter Zellen entscheidet über ihr Fortbestehen. So entstehen komplexe visuelle Muster, die Conway selbst „Stillleben“ genannt hat (z. B. Teich, Bienenstock, Boot), oszillierende Formen oder „Gleiter“, die sich über das Raster bewegen. Sterben alle Zellen, entstehen „leere Welten“.
Das Ei, das kultur- und kunstgeschichtlich für Ursprung, Fragilität oder den Beginn des Lebens steht, wird hier neu interpretiert. Es erscheint als Pixel in einer algorithmischen Ordnung und verweist zugleich auf Bildwelten der Pop- und Musikgeschichte. Auf diese Weise verbindet Gänsehaut die materielle Vergangenheit des Probenraums mit Fragen nach Reproduktion, Rollenverteilungen und Körperlichkeit – Gänsehaut aus der Nähe, wenn sich die Haare aufstellen und die Hautoberfläche durch Reizung des Nervensystems ganz plötzlich verändert. Vielleicht wie ein kurzer Schauer, wenn Musik einen berührt oder bevor man die Bühne betritt.
Niclas Riepshoff (1992 in Bremen, DE) lebt und arbeitet in Berlin. Seine Arbeiten – darunter Skulptur, Installation, Performance und Zeichnung – wurden unter anderem im Haus am Waldsee (Berlin, DE), der Kunsthalle Mannheim (Mannheim, DE), dem Harburger Kunstverein (Hamburg, DE) und im Belvedere 21 (Wien, AT) präsentiert.
Video Link: Niclas Riepshoff, Portrait (Leonie), 2025, Video, 1:33 min.
The rehearsal room is a space of preparation before a performance. It can be a site of experimentation, where one feels unobserved before stepping onto the stage. A place for repetition, for taking run-ups, and practising alone again and again. It is the inside before the outside.
The project space klix was formerly a rehearsal basement. This backstory forms the foundation of Gänsehaut by Niclas Riepshoff. Together with the initiators, he draws on elements of the rehearsal space and translates them into the exhibition. Here, the participants act like members of a band—questions of roles, organization, and decision-making processes are transferred into this structure.
A central element of the exhibition is an electronic drum set. It produces two acoustic layers: the muffled sound of beats on rubber, and a digital track audible only through headphones. These levels are spatially separated in the exhibition. The digitally generated sound fills the main room, while the rubber sound is contained within a small chamber that was formerly used as a recording studio.
Egg cartons, often used for soundproofing in recording studios, are transformed into a wall installation that forms an infinite grid. Eggs are placed in their individual compartments. Some are painted, while others are decorated with collages in homage to musicians such as Freddie Mercury, SOPHIE, Klaus Nomi, Tracy Chapman and Boy George.
The egg formations follow the rules of the Game of Life, developed by mathematician John Conway in 1970. This game, based on cellular automata, imagines an endless grid of identical cells. Each cell is either alive (filled) or dead (empty), and its state is determined by the number of neighboring cells. These rules generate complex visual patterns that Conway himself termed “still lifes” (e.g., pond, beehive, boat), as well as oscillating shapes and “gliders” that traverse the grid. If all cells die, only “empty worlds” are left.
The egg, culturally and art-historically associated with origin, fragility, or the beginning of life, is reinterpreted here. It appears as a pixel within an algorithmic structure and simultaneously references visual worlds from pop and music history. Gänsehaut connects the material past of the rehearsal space with questions of reproduction, the distribution of roles and physicality—like goosebumps, viewed up close and caused by activation of the nervous system. A brief shiver when music moves you, or just before stepping onto the stage.
Niclas Riepshoff (1992 in Bremen, DE) lives and works in Berlin. His works – including sculpture, installation, performance and drawing – have been presented at Haus am Waldsee (Berlin, DE), Kunsthalle Mannheim (Mannheim, DE), Harburger Kunstverein (Hamburg, DE) and Belvedere 21 (Vienna, AT), among others.
Video Link: Niclas Riepshoff, Portrait (Leonie), 2025, Video, 1:33 min.













Installation view, Gänsehaut, klix, 2025
Installation view, Portrait (Leonie), klix, 2025
Niclas Riepshoff, Portrait (Leonie), 2025, Video, 1:33 min. Video Link
Installation view, Gänsehaut, klix, 2025
Installation view, Gänsehaut, klix, 2025
Niclas Riepshoff, Game of Life, 2025, egg carton, quail eggs, cellophane paper, stain, gouache
Detail, Game of Life, klix, 2025
Niclas Riepshoff, Gänsehaut, 2025, Egg carton, chicken eggs, goose eggs, percussion eggs, photo print, gouache, eyeshadow
Detail, Gänsehaut, klix, 2025
Detail, Gänsehaut, klix, 2025
Detail, Gänsehaut, klix, 2025
Detail, Gänsehaut, klix, 2025
Detail, Gänsehaut, klix, 2025
Niclas Riepshoff
Gänsehaut
14.09. – 08.11.2025
Der Probenraum ist der Raum vor der Aufführung. Er kann ein Ort zum Experimentieren sein, an dem man sich unbeobachtet fühlt, bevor es auf die Bühne geht. Ein Ort der Wiederholung, immer wieder Anlauf nehmen und üben, solange man allein ist. Er ist das Innen vor dem Außen.
Der Projektraum klix war früher ein Bandkeller. Diese Vorgeschichte ist der Ausgangspunkt für Gänsehaut von Niclas Riepshoff. Gemeinsam mit den Initiatorinnen greift er Elemente des Probenraums auf und überträgt sie in die Ausstellung. Die Beteiligten agieren wie Mitglieder einer Band; Fragen von Rollen, Organisation und Entscheidungsprozessen werden in diese Struktur übersetzt.
Ein elektronisches Drumset bildet das Zentrum der Ausstellung. Es erzeugt zwei akustische Ebenen: den dumpfen Klang der Schläge auf Gummi und eine digitale Spur, die nur über Kopfhörer hörbar ist. Auch räumlich sind diese Ebenen getrennt. Der digital erzeugte Sound verteilt sich im Hauptraum, während der Gummiklang in einer kleinen Kammer bleibt, die früher als Aufnahmeraum genutzt wurde.
Das für Proberäume typische Schalldämmmaterial aus Eierkartons wird ebenfalls aufgegriffen. In Gänsehaut erscheint es als großflächige Arbeit, die eine Wand in eine Rasterfläche verwandelt. In den Vertiefungen sind Eier platziert, teils bemalt oder mit Collagen versehen – in Anlehnung an Musikerinnen wie Freddie Mercury, SOPHIE, Klaus Nomi, Tracy Chapman oder Boy George.
Die Anordnung der Eier orientiert sich am Game of Life, das 1970 vom Mathematiker John Conway entwickelt wurde. Das Spiel basiert auf zellulären Automaten: identische Zellen in einem endlosen Raster können jeweils nur zwei Zustände einnehmen – lebendig (ausgefüllt) oder tot (leer). Die Anzahl benachbarter Zellen entscheidet über ihr Fortbestehen. So entstehen komplexe visuelle Muster, die Conway selbst „Stillleben“ genannt hat (z. B. Teich, Bienenstock, Boot), oszillierende Formen oder „Gleiter“, die sich über das Raster bewegen. Sterben alle Zellen, entstehen „leere Welten“.
Das Ei, das kultur- und kunstgeschichtlich für Ursprung, Fragilität oder den Beginn des Lebens steht, wird hier neu interpretiert. Es erscheint als Pixel in einer algorithmischen Ordnung und verweist zugleich auf Bildwelten der Pop- und Musikgeschichte. Auf diese Weise verbindet Gänsehaut die materielle Vergangenheit des Probenraums mit Fragen nach Reproduktion, Rollenverteilungen und Körperlichkeit – Gänsehaut aus der Nähe, wenn sich die Haare aufstellen und die Hautoberfläche durch Reizung des Nervensystems ganz plötzlich verändert. Vielleicht wie ein kurzer Schauer, wenn Musik einen berührt oder bevor man die Bühne betritt.
Niclas Riepshoff (1992 in Bremen, DE) lebt und arbeitet in Berlin. Seine Arbeiten – darunter Skulptur, Installation, Performance und Zeichnung – wurden unter anderem im Haus am Waldsee (Berlin, DE), der Kunsthalle Mannheim (Mannheim, DE), dem Harburger Kunstverein (Hamburg, DE) und im Belvedere 21 (Wien, AT) präsentiert.
Video Link: Niclas Riepshoff, Portrait (Leonie), 2025, Video, 1:33 min.
The rehearsal room is a space of preparation before a performance. It can be a site of experimentation, where one feels unobserved before stepping onto the stage. A place for repetition, for taking run-ups, and practising alone again and again. It is the inside before the outside.
The project space klix was formerly a rehearsal basement. This backstory forms the foundation of Gänsehaut by Niclas Riepshoff. Together with the initiators, he draws on elements of the rehearsal space and translates them into the exhibition. Here, the participants act like members of a band—questions of roles, organization, and decision-making processes are transferred into this structure.
A central element of the exhibition is an electronic drum set. It produces two acoustic layers: the muffled sound of beats on rubber, and a digital track audible only through headphones. These levels are spatially separated in the exhibition. The digitally generated sound fills the main room, while the rubber sound is contained within a small chamber that was formerly used as a recording studio.
Egg cartons, often used for soundproofing in recording studios, are transformed into a wall installation that forms an infinite grid. Eggs are placed in their individual compartments. Some are painted, while others are decorated with collages in homage to musicians such as Freddie Mercury, SOPHIE, Klaus Nomi, Tracy Chapman and Boy George.
The egg formations follow the rules of the Game of Life, developed by mathematician John Conway in 1970. This game, based on cellular automata, imagines an endless grid of identical cells. Each cell is either alive (filled) or dead (empty), and its state is determined by the number of neighboring cells. These rules generate complex visual patterns that Conway himself termed “still lifes” (e.g., pond, beehive, boat), as well as oscillating shapes and “gliders” that traverse the grid. If all cells die, only “empty worlds” are left.
The egg, culturally and art-historically associated with origin, fragility, or the beginning of life, is reinterpreted here. It appears as a pixel within an algorithmic structure and simultaneously references visual worlds from pop and music history. Gänsehaut connects the material past of the rehearsal space with questions of reproduction, the distribution of roles and physicality—like goosebumps, viewed up close and caused by activation of the nervous system. A brief shiver when music moves you, or just before stepping onto the stage.
Niclas Riepshoff (1992 in Bremen, DE) lives and works in Berlin. His works – including sculpture, installation, performance and drawing – have been presented at Haus am Waldsee (Berlin, DE), Kunsthalle Mannheim (Mannheim, DE), Harburger Kunstverein (Hamburg, DE) and Belvedere 21 (Vienna, AT), among others.
Video Link: Niclas Riepshoff, Portrait (Leonie), 2025, Video, 1:33 min.

Olga Hohmann with Stefan Blüml
Double Bookings
13.12.2025

Olga Hohmann with Stefan Blüml
Double Bookings
13.12.2025

Klixstraße 3, 10823 Berlin
Instagram: @klix.berlin
Mail: klix.berlin@gmail.com
Logo by Elsa Estrella

Instagram: @klix.berlin
Mail: klix.berlin@gmail.com
Logo by Elsa Estrella Echevarna